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Jodierung

1. Warum wird Nahrungsmitteln Jod zugesetzt ?
2.
Wie kommt Jod in unsere Nahrung ?
3. Wo ist noch Jod drin ?
4.
Wieviel Jod braucht der Mensch ?
5.
Was ist so schlimm an zuviel Jod ?

Was ist Jod ?

Jod ist ein chemisches Spurenelement mit dem Symbol J, dass zu den ->Halogenen gehört. Die Schreibweise im wissenschaftlichen Sprachgebrauch ist Iod. Jod ist ein grauschwarzer, metallisch glänzender Feststoff, der schuppige Kristalle bildet. Bereits bei Normaltemperatur bildet Jod violette Dämpfe. Obwohl Jod ein Nichtme- tall ist, zeigt es doch gewisse metallische Tendenzen, indem es elektrischen Strom leitet. Jod ist weniger reaktiv als die leichteren Halogene und hat eine geringere Elektronegativität als sie. Seine Wasserlöslichkeit ist schwach ausgeprägt. Dagegen löst es sich außerordentlich gut in organischen Lösungsmitteln (z.B. Alkohol). Wichtige Verbindungen sind Jodide, Jodwasserstoff, Jodoform und Natriumjodid. Wegen der Giftigkeit von Jod wurde der MAK-Wert (Wert für die maximale Konzentration in der Luft ) in Deutschland auf 1 mg/m3 festgelegt. Die toxische Dosis ist 2 mg und Mengen zwischen 35 - 350 mg wirken tödlich. In einer Person mit 70 Kg Körpergewicht findet man 12 - 20 mg Jod.

Der Anteil an Jod, der am Aufbau der Erdkruste beteiligt ist, wird mit 0,00006 Gewichtsprozent angegeben. Trotz dieses geringen Prozentsatzes ist Jod in geringen Spuren praktisch allgegenwärtig. In allen Böden, in Mineralien und Gesteinen, in Gewässern und sogar in der Luft ist es in kleinen Konzentrationen nachweisbar. Die mittlere Jodkonzentration im Meerwasser liegt bei 60 ppb, ist aber starken Schwankungen unterlegen. Im Wasser von Flüssen liegt der Wert bei ca. 5 ppb und kann in Mineralquellen den ppm-Bereich erreichen. Im Durchschnitt enthält 100 Gramm wasserfreier Feinboden aus dem deutschen Raum etwa 2,5 Milligramm Iod. (2,5 Milligramm=2500 Mikrogramm=der 10-fache maximale Tagesbedarf). Als Feinboden bezeichnet man den Anteil des Gesamtbodens, dessen Bodenpartikel eine Korngröße kleiner als 2 mm aufweisen. Dazu gehören Sand, Schluff (oder Silit), Ton und Lehm. (Wikipedia)

Die wichtigsten Jodmineralien sind Lautarit und Dietzeit. Früher wurde Jod in nennenswerten Mengen aus Algen gewonnen; heute gewinnt man es fast ausschließlich aus Chilesalpeter, in dem es bis zu 0,4% enthalten ist. Entsprechend der Gewinnung von Chlor und Brom erhält man Jod aus Natriumjodid mittels Braunstein und Schwefelsäure. Chlor löst aus Natriumjodid das Jod aus (2NaJ + Cl2 = 2NaCl + J2) und begünstigt auch die Freisetzung von Jod aus Kaliumjodit im Körper.

Der Nachweis von Jod geschieht durch Stärke: Jod färbt Stärkekleister blau. Jodstärkepapier (bereitet durch Eintauchen von Filtrierpaper in eine Lösung von Kaliumjodid und Stärke) dient entsprechend zum Nachweis von Chlor, Brom und Ozon, wodurch es durch das frei werdende Jod blau gefärbt wird. Siehe hierzu auch ->Ernährung->Tabellen der Jodgehalte_Analyse_von_Jodgehalten)

Der Körper benötigt Jod, um ->Schilddrüsenhormone bilden zu können, allerdings nur in ganz geringen Mengen (s.u.).

Jod wird in Form von z.B. Jodseife oder in Reinigungsmitteln auch zur Desinfektion eingesetzt. Es bewirkt eine Oxidation der Zellstrukturen und damit den Tod von Bakterien (z.B. Coli-Bakterien, Cholera und viele andere), Viren und Protozoen-Zysten (z.B. Amöben und Lamblien).

In der Landwirtschaft werden Jodophore zur Zitzendesinfektion verwendet. Als Jodophor bezeichnet man eine Lösung von elementarem Jod in einer starken Mineralsäure (z.B. Schwefelsäure) unter Zusatz eines organischen Lösungsmittels. Das Jod wirkt im sauren Bereich am stärksten oxidierend. Darüber hinaus wird Gemüse und Tiefkühlkost mit jodiertem Wasser entkeimt.

Warum wird Nahrungsmitteln Jod zugesetzt ?

Das Hauptargument ist, dass mit der Jodierung Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen vorgebeugt werden soll. Durch die hohe Nitratbelastung der hiesigen Böden und Nahrungsmittel sowie die verbreitete Verwendung von Huminstoffen in der Landwirtschaft und Trinkwasseraufbereitung treten Jodverwertungsstörungen auf. Diese können zu einer Unterfunktionsstörungen und damit verbunden zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und im Extremfall zur Bildung von Kröpfen führen. Durch eine konsequente Senkung der Nitratbelastung von Böden und Grundwasser sowie die Reduzierung des Huminstoffeinsatzes würden neben einem nicht unwesentlichen Anteil der Kröpfe bei Kindern auch andere gesundheitliche Belastungen positiv beeinflusst (potenzielles Krebsrisiko durch Nitrosaminbildung, Risiko Methämoglobinämie bei Säuglingen). Um den Profitinteressen der industriellen Agrarwirtschaft nicht im Weg zu stehen geht man den Weg einer Zwangsmedikation mit Jod. Diese kaschiert lediglich die Symptome der o.g. Jodverwertungsstörungen und ist selber eine Quelle zahlreicher Erkrankungen.
Während sich z. B. der Arbeitskreis Jodmangel sicher ist, dass die klinisch manifestierte Schilddrüsenunterfunktion bei neugeborenen Kindern (Prävalenz: 1 von 3.000 Neugeborenen) auf Jodmangel während der Schwangerschaft zurückzuführen ist und durch Jodprophylaxemaßnahmen in der Schwangerschaft verhindert werden kann, diskutiert man an anderer Stelle, dass Ungeborene gerade unter einer zu hohen Jodzufuhr der Mutter mit einer Schilddrüsenunterfunktion reagieren (15. Wiesbadener Schildrüsengespräch, 1997).
kinderernaehrungsbericht-bawue2002.pdf S.86 ff.

Eine vergrößerte Schilddrüse meist recht einfach schon im Frühstadium festgestellt werden und durch eine gezielte, kontrollierte, auf das jeweilige Individuum abgestellte Medikation sicher besser entgegengewirkt werden, als durch eine unkontrollierte, zufällig ggf. zu hohe oder zu niedrige Dosis von der Nahrung zugesetztem Jod. Hierfür wären lediglich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen notwendig, die aber eben auch Geld kosten.
Auch ist gerade Hyperaktivität (ADHS-Syndrom) und die damit verbundenen Lern- und Entwicklungsstörungen bei Kindern inzwischen stark verbreitet. Und was nützt es, dass ein Kind zwar keine Schilddrüsenvergrößerung bekommt, aber dafür später einen Morbus-Basedow oder Morbus-Hashimoto ?

Mit der Jodierung der Nahrungsmittel soll einer angeblichen Mangelversorgung der Bevölkerung vorgebeugt werden. Man begründet diesen Mangel mit dem niedrigen Jodgehalt der deutschen Böden. Das Jod sei in der letzten Eiszeit in’s Meer geschwemmt worden, weswegen heutige Nahrungsmittel angeblich zu wenig Jod enthalten. Richtig ist: Alle großen Salzlagerstätten in Mitteleuropa sind etwa 220 Millionen Jahre alt. Die Salzlager Deutschlands entstanden, als es noch auf der geografischen Breite der heutigen Sahara lag. Wer im Geografieunterricht ein bischen aufgepasst hat, weiß so etwas.

Zudem kommt Gemüse heutzutage von überall aus Europa und der Welt. Wie können da einzelne begrenzte ‘Jodmangelgebiete’ existieren, wie Jodbefürworter oft behaupten ? Da wir nicht in den Hochalpen leben, nehmen wir auch ohne zusätzliche Jodprophylaxe genug Jod auf, und zwar über das Trinkwasser, die Nahrung und gewöhnliches Kochsalz.

Eine konkrete Untersuchung der tatsächlichen Jodgehalte deutscher Böden wurde nie durchgeführt. Statt dessen wurden bestimmte geologische Indikatoren aufgestellt, die dann zu der Aussage führten, es gäbe in Deutschland einen Jodmangel. Ebenso wurden die tatsächlichen Jodgehalte deutscher Nahrungsmittel nie bestimmt. Statt dessen wurde in einem sogenannten Jodmonitoring die über das Urin abgegebene Menge an Jod gemessen. Hierbei wurde festgestellt, dass die in Deutschland abgegeben Jodwerte niedriger lagen als die mehr oder minder willkürlich festgelegten ->Normwerte. Hierraus folgerte man wiederum, dass die Deutschen zu wenig Jod aufnehmen. Man geht davon aus, dass bei allen Aufnahmepegeln die über das Urin abgegebene Jodmenge proportional der aufgenommen ist. Nur, warum soll ein Körper, der schwer an Jodmangel leidet, das angeblich zu wenig Jod, dass er bekommt, auch noch wieder ausscheiden ? Schließlich soll nach herrschender Lehrmeinung die Schilddrüse, in ihrem Bemühen, mehr Jod einzufangen, zum Kropf anwachsen, wärend der Körper das vorhandene Jod einfach ausscheidet. Wahrscheinlich ist der niedrigere Jodauscheidung in Deutschland eher darauf zurückzuführen, dass über Generationen - insbesondere der Nachkriegsgeneration - ein Anpassungsprozess stattgefunden hat, der dazu führte, dass die hiesigen Jodgehalte optimal verwertet und eben gerade nicht ausgeschieden werden. Mit der gleichen Argumentation könnte man begründen, dass ein Auto, dass wenig Abgase erzeugt, an einem Benzinmangel leidet.

Ein weiteres Argument ist die ”Massenenttarnung” von ”latenten” Schilddrüsenerkrankungen. O-Ton Dr. Peter Pfannenstiel: ”Mit einer solchen Maßnahme [kollektiven Jodphylaxe] würde man die maskierten ”Überfunktionellen” mit einem Schlag entlarven, wäre aber darauf gefasst und könnte unverzüglich die Behandlung aufnehmen und Krisen vermeiden wie sie bei unvorhergesehenen Einzelentlarvungen immer wieder auftreten. Mit der Massenenttarnung in den Anfängen kollektiver Jodversorgung wäre das Problem ein für alle Mal gelöst.” Ich kann also froh sein, dass ich noch rechtzeitig vor meinem Tod krank geworden bin. Leider hat sich die Hoffnung, dass Ärzte eine Krankheit um so besser heilen können, je öfter sie auftritt, nicht erfüllt, obwohl die Jodierung doch Patienten im Überfluss erzeugt hat.

Wenn der o.g. Grund wirklich zuträfe, wäre zumindest eine Information der Ärzteschaft notwendig gewesen. Statt dessen wird von den meisten Ärzten, der DGE und anderen offiziellen Stellen immer wieder pauschal behauptet, die hiesigen Jodgehalte stellten für niemanden, auch nicht für Schilddrüsenkranke, eine Gefährdung dar und bestreiten kategorisch, dass Schilddrüsenüberfunktionen durch zu hohe Jodaufnahme ausgelöst werden können. Wie sollen denn dann bitte schön diese nicht existenten Schilddrüsenüberfunktionen behandelt werden ?

Ein ->Jodbasedow ist nicht heilbar. Die Behandlung besteht meistens darin, dass man künstlich eine Unterfunktion herbeiführt, indem man die Schilddrüse bestrahlt oder entfernt (->Schilddrüsenoperation und ->Radiojodtherapie). Patienten mit Unterfunktion gelten offiziell als geheilt. Natürlich müssen sie den Rest ihres Lebens künstliche Schilddrüsenhormone einnehmen. Unterfunktionspatienten sind wegen ihrer häufig mit der Krankheit verbundenen Lethargie gerne gesehen Patienten. Sie mucken nicht auf, und weil sie regelmäßig ihre Pillen verschrieben bekommen haben müssen und die Schilddrüse regelmäßig untersucht werden muss, stellen sie eine bequeme, lebenslange (d.h. so lange der Patient lebt) Einnahmequelle dar. Wenn sie dann das Pech haben, an einer Jodallergie zu leiden, und auf ihre (notwendig) jodhaltigen künstlichen Hormone allergisch reagieren, können sie sich aussuchen, in welcher Hölle sie leben wollen.

Man verbindet mit der Zwangsjodierung das Versprechen, dass zukünftige Generationen von durch Jod verursachten Krankheiten verschont blieben, weil sich Joderkrankungen ”auswachsen”. Dies bedeutet, dass Joderkrankungen durch das Ableben der Betroffenen aus der Bevölkerung statistisch nicht mehr in Erscheinung treten. Dies erinnert fatal an die Rassenhygiene im Dritten Reich.

Dieser, als Eugenik bekannter gedanklicher Ansatz, besteht darin, Jodallergie und Schilddrüsenerkrankungen als “erbliche Defekte” darzustellen, die es durch geeignete gesundheitspolitische Maßnahmen “auszurotten” gilt, ähnlich wie man durch planmäßige Zuchtauswahl etwa bessere Nutzviehsorten heranzüchtet. Die Züchtung eines gegen Umweltgifte resistenten Menschen muß aber scheitern. Biologische Merkmale werden nämlich häufig gruppenweise vererbt. Durch das Ausmerzen eines “unerwünschten Merkmals” gehen zugleich erwünschte Merkmale mit verloren, zweitens - und wichtiger noch - können “unerwünschte Merkmale” durch Mutation in jeder Generation neu auftreten.
Im übrigen wird Jodallergie nicht vererbt, sondern tritt durch die bei Wirbeltieren vorhandenen adaptiven
(erworbenen) Immunität quasi zwangsläufig bei einem Teil der Bevölkerung auf, da die für die Bildung von Antikörpern zuständigen Gene extrem schnell mutieren. Jod ist (und bleibt) für den Organismus ein ausgesprochen zweischneidiges Schwert, da er Jod für die Bildung von Schilddrüsenhormonen sowohl benötigt, als auch zusehen muss, dass er giftige Stoffe (und ein solcher ist Jod nun mal) möglichst effektiv abwehrt. 
Genauso wenig können Schülddrüsenüberfunktionen als “krankhafte Eigenschaften”, die es möglichst auszumerzen gilt, eingestuft werden, sondern treten im Rahmen der natürlichen, durch Mutabilität bedingten Schwankungsbreite bei bestimmten Menschen immer wieder auf. Nicht selten sind es die wertvollsten. 

Der Kostenaspekt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schreibt in Ihrer “Beratungspraxis Mai 2001”:

“...In Folge des Jodmangels müssen jährlich immer noch 100 000 Schilddrüsenoperationen durchgeführt werden. Die Kosten für Diagnose und Therapie betragen jährlich etwa 1 Milliarde EURO.”

Udo Pollmer (Wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungs- wissenschaften) schreibt in [1]:

“Heutige Schilddrüsenstörungen und Kröpfe entstehen in aller Regel weder durch Jod- noch Carotinman- gel...Heute deutet viel auf umweltbedingte Schadstoffe hin. Zum Beispiel auf Nitrat. Nitrat hemmt im Körper die Bildung von Vitam A aus Carotin. Durch intensive Düngung sind sowohl die Nitratgehalte im Trinkwasser als auch im Gemüse deutlich erhöht. Dr. Höring vom Bundesgesundheitsamt konnte nach- weisen, dass bei Chemnitzer Kindern Schilddrüsenstörungen mit der Nitratbelastung des Trinkwas- sers zunehmen. Nimmt man nun zusätzlich Jod ein, wird zwar die Wirkung des Nitrates maskiert, nicht jedoch die Ursache bekämpft. Sogar Professor Rolf Großklaus vom Bundesgesundheitsamt nennt Umweltgifte als Grund für eine allgemeine Jodierung.”

Auch die modernen Lebensumstände scheinen damit zu tun zu haben. In Großstädten (Hamburg trotz jodhaltiger Seeluft) ist die Zunahme von Schilddrüsenerkrankungen größer als auf dem Lande.

Eine Studie des Bundesumweltamtes [Jahresbericht des Bundesumweltamtes für 1994, S.197] teilt einige in diesem Zusammenhang höchst bemerkenswerte Beobachtungen mit:

"Gebiete mit hoher Strumahäufigkeit, wie die ehemaligen DDR-Bezirke Suhl, Chemnitz und Gera, zeigen deutlich höhere Bodenjodgehalte als die strumaarmen Bezirke Neubrandenburg, Potsdam und Frankfurt /Oder." Die Studie zieht auf Grund dieser Beobachtungen die Theorie vom "Jodmangelgebiet" grund- sätzlich in Zweifel und führt überzeugende Gründe dafür an, daß nicht wie immer wieder behauptet der Jodmangel, sondern eine Jodverwertungsstörung in vielen Fällen die Ursache der Kropferkrankungen ist. Für die erhöhte Zahl der Kröpfe tatsächlich verantwortlich ist einmal der durch Überdüngung überhöhte Nitratgehalt der Böden und infolgedessen der Nahrungsmittel”.

Laut Antwort der Bundesregierung (13/7110) auf eine Anfrage (13/6803) der SPD gibt es auch einen Zu- sammenhang zwischen der Nitratbelastung des Trinkwassers und der Jodmangelkrankheit. Nitrat kann die Jodaufnahme in der Schilddrüse behindern und so die Gefahr der Kropfbildung noch verstärken. (->Quelle) (Siehe auch ->Jodverwertungsstörungen)

Selbst das Bundesumweltamt zieht die These, das Deutschland ein ‘Jodmangelgebiet’ ist in Zweifel und sieht einen Zusammenhang zwischen Inhaltsstoffen im Trinkwasser und endemischem Kropf !

Wahrscheinlich spielt die durch Tschernobyl und vor allem die heimischen Kernkraftwerke verursachte radioaktive Strahlung auch eine Rolle. Jod wird (u.a.) in der Schilddrüse abgelagert und behindert so die Aufnahme von radioaktivem Jod aus der Nahrung oder dem Wasser.

Wie kommt Jod in unsere Nahrung ?

Viele Nahrungsmittel enthalten Jod in natürlicher Form. Derzeit sind viele Tabellen der Jodgehalte von Lebensmitteln im Umlauf, deren Werte stark differieren. Dies liegt am Messverfahren, bodentypischen Begebenheiten, der Jahreszeit der Messung (Stall- oder Freilandfütterung der Nutztiere), und dem Mess- zeitpunkt (vor oder nach dem Beginn der Jodierungskampagne 1985). Meeresfische und Algen z.B. enthalten relativ viel natürliches Jod.

Jod wird der Nahrung in Form von Jodiden, Jodaten oder Jodophoren zugesetzt. Diese werden zum Teil aus giftigen Industrieabfällen wie Druckfarben, Katalysatoren, Röntgenkontrastmitteln und anderen Abfällen recycelt. Bei den in Deutschland den Tierfuttermitteln und dem Jodsalz zugesetztem Jod handelt es sich um Kalium-Jod-Verbindungen.

Die Jodierungskampagne begann 1983 in der DDR. 1985 wurde eine interdisziplinäre Jodkommision gegründet. Am 30.5.1988 wurde die Jodierung des Speisesalzes aus der Diätversorgung in die Zusatzstoff-Zulassungsverordnung überführt. Nunmehr wurde der Einsatz in Großküchen und bei der Herstellung von Lebensmitteln und Fertiggerichten möglich.

Tierfutterjodierung

Das eigentliche Problem stellt aber die ->Tierfutterjodierung dar.

Seit etwa Mitte 1998 sind die Mehrzahl der deutschen Hersteller der Mineralstoffgemische (z.B. Josera, Bargophor u.a.), die an Milchkühe verfüttert werden, dazu übergegangen, diesen Gemischen Jod in Form von Kaliumjodiden und -jodaten zuzusetzen, zunächst 4 mg, dann 10 mg Jod pro Kilogramm Mineral- stoffgemisch (Beilage Josera). Diese Änderung erfolgte, ohne die Bauern ausdrücklich zu informieren. Viele Erzeuger wissen heute noch nicht, daß sie überhaupt Jod (in diesen hohen Mengen) verfüttern.
Auch dem Futter von Schweinen und Hühnern wird Jod zugesetzt. Die in der Putenmast verwendeten einsatzfertigen Futtermittel enthalten durchschnittlich 1,0 bis 1,3 mg Jod je kg.

Die häufig genannte Begründung, dies sei für die Gesundheit der Tiere notwendig, ist nur vorgeschoben.

In einem ->Fachvortrag über ‘Jod in der Human- und Tierernährung’ auf der 43. Kulmbacher Woche in 2008, welche vom ->Max Rubner-Institut des Bundesforschungsinstitutes für Ernährung und Lebensmittel (einer Einrichtung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) jährlich abgehalten wird, wird ausdrücklich erwähnt, dass “um die Jodversorgung der Bevölkerung über Lebensmittel tierischer Herkunft zu verbessern “ Jod dem Futter der Nutztiere in bedarfsüberschreitender Menge zugesetzt wird”.

    Hier wird das Viehfutter zum Zwecke der Jodierung der Verbraucher jodiert !

Zufuhrempfehlungen für Jod in der Tierernährung

 Tierart

Empfohlene Menge an Iod (*)

Toleranz

Toxizität

Verfütterung

 Rind
 - Kalb
 - Jung-/Mastrind
 - Milchkuh


 0,25
 0,25
 0,50

 10


 

 25-50
 

5


5

 Schwein
 - Ferkel
 - Mastschwein
 - Zuchtsau


 0,15
 0,15
 0,5-0,6

 

 400-800

10

 Schaf

 0,2-0,4

10

 

10

 Geflügel/Legehennen

 0,3-0,4

 

 

 5

 Pferd

 0,1-0,3

 

 

 4

   (*) mg je kg Futtertrockenmasse       Quelle ->[12]

Die in der Futtermittelverordnung festgelegten 10 mg/kg Futtermittel (4 mg/kg bei Pferden) bzw. 5 mg/kg bei Milchkühen orientieren sich also keineswegs am Bedarf der Tiere, sondern an der Toleranzschwelle,
d.h. an der Menge, die dem Tier zugemutet werden kann, ohne dass es Schaden nimmt. Speziell beim Rind wird die Zufuhrempfehlung um das 10- bis 20-fache überschritten, der Bereich der “optimalen Zufuhr” ist also lange verlassen.

Siehe hierzu auch ->‘Jodtransfer vom Futter in Fleisch von Gerhard Flachowsky’.

Erzeuger haben es inzwischen schwer, ->nicht jodierte Futtermittel zu bekommen.

Wo ist noch überall Jod drin ?

Angesichts eines angeblichen Jodmangels überrascht es, wie schwer es ist, überhaupt noch etwas zu finden, wo kein Jod dran ist. Es wird inzwischen fast überall zugesetzt, zum Beispiel in:

  • Flüssig- und Handwaschseifen, Duschgels, Haarshampoos, etc. (*)
  • Hautcremes, Bodylotion, Bodybutter, Haargels, Haarwasser, Bade- und Körperöle, etc.
  • Zahncremes, Mundwasser
  • Rasiercremes und -Seifen, After Shave Balsam, etc.
  • Deo-Sticks, Deo-Pump-Spray
  • Papiertaschentücher, Haushaltstücher, Servietten, etc. (mit Jod gebleicht)
  • Kosmetika
  • Tiefkühlgemüse (in Jodwasser blanchiert), Gemüsekonserven (in Jodwasser eingelegt)
  • Pommes Frittes (in Jodwasser gegart)
  • Augentropfen (sehr viel), z.B. Phospholinjodid, Protagent SE, Katarakton, Durajod, Pherajod, Solan, Vidirakt N, Vitreolent N
  • Geriatrika (zur Behandlung von Altersbeschwerden) wie Pharmaton und Poikigeron
  • Sekretlösende Medikamente die bei Bronchitis und Asthma eingesetzt werden
  • Medikamente gegen Herzrythmusstörungen
  • Desinfektionsmittel (Jodseife, etc.), Reinigungsmittel
  • Roter Farbstoff Erythrosin (E 127) (Amarena- oder Cocktail-Kirschen)
  • Rot-orangene Farbstoffe bei Textilien, Teppichen, Wäsche
  • Klebstoffe (z.B. in Heftpflastern) können jodhaltige halogenorganische Verbindungen enthalten
  • Algenpräparate (siehe ->Jodgehalt und Herkunft einiger mariner Makroalgen)
  • Haarfärbepulver (mit Algen) von Logona
  • Jodhaltige Röntgenkontrastmittel
  • Reinigungsalkohol (Isopropylmethanol, Isopropanol)

->Jodhaltige Präparate - Merck-Liste 1 (pdf)    ->www.merck.de
->Jodhaltige Präparate - Merck-Liste 2 (pdf)

Siehe auch ->Jodhaltige Pharmaka, Kosmetika, Präparate und Lebensmittelzusatzstoffe.

Zu Körperpflegeprodukten siehe ->Jodakne

Bei Hygiene-Artikeln wird gerne sogenanntes “gereinigtes Wasser” verwendet, ich nenne es Jodwasser. Praktischerweise wird so der Bedarf an Hautcremes, Körperlotionen, Kosmetika und ähnlichem durch die Verwen- dung derselben und die bei vielen damit verbundenen allergischen Reaktionen, die schuppige und schorfige Haut, gerötete Hautstellen oder eitrige Pickel erzeugen, überhaupt erst erzeugt.

Tendenziell auf der eher sicheren Seite ist man bei Produkten mit Alkohol, wie z.B. entsprechenden Deo-Sprays oder Rasierwassern, da dort das Argument mit der durch das gereinigte Wasser angeblich gesteigerten Hygiene nicht zieht.

Jod, das dem Chlor recht ähnlich ist, ist bei der chemischen Industrie beliebt zur Herstellung von z.B. Desinfektionsmitteln, Pharmazeutika oder Futterzusatzstoffen. So gelangt es über Abgase, Abwässer oder Klärschlamm als Schadstoff in die Umwelt und müßte eigentlich aufwendig und teuer als hochgiftiger Sondermüll entsorgt werden. Nachdem es nun als gesundheitsförderlich definiert wurde, dürfen Sie drei mal raten, was man damit statt dessen damit macht.

Problematisch sind auch jodhaltige Reinigungs- und Desinfektionsmittel sowie jodiertes Wasser. Siehe auch ->Ernährung

Diese Farbe hat Jod: Sowie die ganze Palette der Mischfarben von Rot nach Orange.

Wieviel Jod braucht der Mensch ?

Die Antwort klingt zunächst etwas überraschend: Gar keins. Das Jod, das für die Bildung von Schilddrüsenhormonen verwendet wird, wird bei der sog. ->Dejodination wieder freigesetzt. Und zwar zu 100 %. Jod ist ein elementares chemisches Element, welches nicht wie z.B. komplexe Moleküle wie im Benzin verbrannt wird, sondern quasi katalytisch wirkt. Da Jod im Körper ausschließlich für die Herstellung von Schilddrüsenhormonen verwendet wird, wird es auch nicht anderweitig “verbraucht”. Dass heißt, dass Jod nur genau in dem Umfang benötigt und von außen zugeführt werden muss, wie es durch Schwitzen, Spucke, Schleim, Urin und Stuhl ausgeschieden wird. Es ist also gelinde gesagt schwachsinnig, den Umstand, dass jemand wenig Jod ausscheidet, als Beleg für einen vermeintlichen Jodmangel zu nehmen. Vielleicht handelt es sich um einen besonders effektiven Jodverwerter. Genauso gut könnte man bei einem Auto einen Benzinmangel feststellen, nur weil es weniger Abgase als andere ausscheidet.

In Deutschland hat sich nämlich über die Jahrtausende eine Gewöhnung an jodarme Lebensbedingungen eingestellt. Deutsche sind also besonders effektive Jodverwerter. Ebenso, wie in anderen Ländern beobachtet, ist als Folge davon daher vielfach mit funktionellen Autonomien der Schilddrüse zu rechnen, insbesondere bei älteren Menschen (siehe ->Schilddrüse). Funktionell autonome Bereiche der Schilddrüse unterliegen lediglich nicht dem normalen Regelkreislauf der Hormonproduktion, der über das Gehirn gesteuert wird, sondern sind quasi kleine Miniturbos der Hormonproduktion und somit ein effektiver Weg des Organismus’, die Hormonproduktion auch bei ggf. sehr geringer Jodzufuhr aufrecht zu erhalten. Sie sind insbesondere keineswegs krankhaft, wie viele Ärzte dies gerne sehen wollen.

Unter diesen Umständen sollte die Jodzufuhr aus der Nahrung bei Erwachsenen 500 Mikrogramm/Tag generell nicht übersteigen. Erfahrungswerte belegen, dass bei vielen, insbesondere Schilddrüsenkranken, bereits bei erheblich geringeren Mengen Probleme aufteten können. Es macht eben keinen Sinn, einem Auto, dass aufgrund einer Leichtbauweise und eines 2-fach-Turbos nur 3 Liter Sprit verbraucht, künstlich 10 Liter reinzupumpen. Denn dann steht dem Fahrer das Benzin recht bald buchstäblich bis zum Hals.

Der Körper hat normalerweise ein Reservoir von etwa 12 mg (bei 70 Kg Körpergewicht) Jod gespeichert. Dieses reicht unter normalen Umständen aus, um mehrere Monate ganz ohne Jodzufuhr auszukommen. Etwa die Wintermonate. Heutzutage ist es normal, dass ganzjährig alles nur denkbaren Lebensmittel käuflich sind. Bis vor noch gar nicht so langer Zeit waren Fleisch, Butter, Speck und Milch insbesondere für die ärmere Bevölkerung keineswegs an der Tagesordnung. Es war also normal, dass auch mitunter längere Hunger- und Durststrecken unbeschadet überbrückt werden mussten. 

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass ein Jodmangelkropf nur dann entstehen kann, wenn dauerhaft weniger als 50 Mikrogramm Jod pro Tag aufgenommen werden
(1 Mikrogramm (µg) = 1 millionstel Gramm. 1000µg = 1 Milligramm (mg) = 1 tausendstel Gramm
) .

Der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) angegebene Referenzwert für die tägliche Nährstoffzufuhr liegt bei 180-200 µg. Als Höchstdosis wird ein Wert von 600 µg angenommen. (Dieser Wert ist allerdings durch keine einzige Untersuchung belegt).

Hierzu einige Beispiele des möglichen Jodgehaltes einiger Nahrungsmittel heute (je für 100 g in µg):

  • Butter          132
  • Joghurt      bis  150
  • Kuhmilch    bis  150 (1)
  • Molkenpulver  bis 2040 !
  • Sahne          288
  • Milchpulver      960
  • Brot         50-200 (3)
  • Wurst     unbestimmt hoch
  • Kalbfleisch  unbestimmt hoch    --> siehe ->Tabelle
  • Ei          bis 100 (1+2)

     (1) ->Fachvortrag über ‘Jod in der Human- und Tierernährung’ auf der 43. Kulmbacher Woche in 2008    
     (2) S. Holzinger: Die Iodversorgung Erwachsener Deutschlands in Abhängigkeit von Geschlecht, Zeit,
       Jahreszeit, Lebensraum, Stillperiode, Alter, Körpermasse und Form des Jodzusatzes. In: Köhrle, J. (Hrsg.):
       Mineralstoffe und Spurenelemente. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 1998, S. 209-233
     (3) wenn mit Jodsalz gesalzen

Eine einzige Mahlzeit kann so schnell bis zu 4500 µg Jod beinhalten ! Nun offenbart sich eines der Hauptprobleme der Zwangsjodierung: wieviel Jod der einzelne mit seiner Nahrung aufnimmt ist vollkommen zufällig und unkontrolliert.

“Natürliches” und “künstliches” Jod

In der Natur kommt Jod selten in reiner Form sondern meistens in Verbindungen mit z.B. Kalium oder Natrium vor. Da Kalium-Jod-Verbindungen nicht so stabil sind wie Natrium-Jod-Verbindungen, liegt das Verhältnis von Kalium- zu Natrium-Jod-Verbindungen bei 24:100.

Die beiden Antagonisten Kalium und Natrium sind die hauptsächlichen Kationen (positiv geladene Ionen) in den Körperflüssigkeiten. Kationen entstehen bei der Aufspaltung von Säuren, Basen und Salzen wenn diese in Wasser gelöst werden. Kalium kommt vor allem in Zellinneren, Natrium überwiegend in den extrazellulären Flüssigkeiten vor. Dieser Unterschied ist vor allem für die Reizleitung in den Nerven- und Muskelfasern von Bedeutung. In hohen Dosen wirkt Kalium giftig (Wawra/Dolznig/Müllner “Chemie erlebt”)

Das den Nahrungsmitteln über die Tierfuttermittel und dem Jodsalz künstlich zugesetzte Kalium-Jodit wirkt im Körper wesentlich reaktiver ist als die natürlicherweise überwiegend vorkommenden Natrium-Jod- Verbindungen . Kalium ist nicht so bindungsfreudig wie Natrium weshalb Kalium-Jod-Verbindungen das Jod viel leichter an den Körper abgeben. Nur so ist es möglich, dass bei Menschen, die bedingt durch eine ->Jodverwertungsstörung das in der Nahrung in ausreichender Menge vorhandene natürliche Jod nicht mehr aufnehmen können, mittels künstlichem Jod die Jodaufnahme erhöht werden kann.

"Überschüssiges" Jod wird nicht einfach wieder ausgeschieden. Jod kann sich neben der Schilddrüse vor allem in der Leber, der Niere, der Mamma (Mutterbrust) und im Bindegewebe der Muskulatur anreichern. Sonst würde es ja auch keinen Sinn machen, über die ->Viehfutterjodierung Jod in tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern anzureichern und so gewissermaßen eine Zwangsmedikation der hiesigen Bevölkerung durchzuführen.

Was ist so schlimm an zuviel Jod ?

Jod ist keineswegs die harmlose Substanz, als die Sie gemeinhin dargestellt wird. In der Fachliteratur ist allgemein anerkannt, dass ab einer täglichen Aufnahmemenge von 1 - 2 mg (1000 - 2000 µg) Jod Erkrankungen wie z.B. Jodakne und Jodallergie ausgelöst werden (siehe [2] und [3]). Der Schwellenwert, ab dem ein einzelner Organismus durch Anomalien auf das Jod reagiert, ist individuell verschieden.

Weil sie sich der sozialethischen Problematik ihrer Vorgehensweise durchaus bewußt sind, hämmern die Jodbefürworter immer wieder ein: “Im Gegensatz zur Verwendung von Jod zu Zwecken der medizinischen Therapie und Diagnostik (Desinfektions- und Kontrastmittel) sind die in der Nahrungsergänzung zu erzielenden zusätzlichen Jodgaben niemals so hoch, daß sie irgend jemandem schaden könnten. Sie sind deshalb auch für den, der ihrer zugegebenermaßen nicht bedarf, zumutbar um des Erfolges für die anderen willen.”

Diese Aussagen sind durch die wissenschaftliche Literatur nicht gedeckt. Sie widersprechen zudem in eklatanter Weise den Erfahrungen, mit denen die Selbsthilfegruppen täglich konfrontiert werden und die durch Fallgeschichten belegt werden können. In der Wissenschaft ist völlig unumstritten, daß ein Teil der Schilddrüsenkranken eine erhöhte Jodzufuhr, und zwar auch nach einer definitiven Behandlung wie z. B. einer Operation, unbedingt vermeiden muß. Es handelt sich um die Schilddrüsenüberfunktionskranken und die ->Morbus-Basedow- und Hashimoto-Patienten, bei denen die künstliche Jodzufuhr die Hormonproduktion in gefährlicher Weise "anheizt", und die Jodallergiker. Die Gruppe der Morbus-Basedow-Patienten allein umfaßt nach den Zahlen, von denen die Jodbefürworter ausgehen, 800.000 Menschen in Deutschland. Nach Aussage von ->Herrn Prof. Dr. Hengstmann, sind bereits eine Million Hashimoto-Patienten bekannt und tragen ca. 30 % der Deutschen die Veranlagung dazu in sich.
Man weiß aus Erfahrungen in anderen Ländern ganz genau, daß bei einer simplen kollektiven Jodzugabe in der Nahrung die Zahl dieser Erkrankungen steigt. Man erkauft also bei der genannten Vorgehensweise den Nutzen der einen durch den Nachteil der anderen.

Auf einer Tagung des Max von Pettenkofer-Institutes im Jahr 1993 gibt der Münchener Internist K. Mann zu: "Zum Einfluß der alimentären Jodversorgung auf die Häufigkeit der immunogenen Hyperthyreose liegen nur wenige Daten vor", und formuliert vorsichtig aber dennoch eindeutig: "Nach den vorliegenden Untersuchungen muß als wahrscheinlich angenommen werden, daß bei genetisch prädisponierten Personen eine höhere Erkrankungsprävalenz für Immunthyreopathien vorliegt, wenn eine nach den Kriterien der WHO adäquate Jodversorgung gewährleistet ist, als wenn Patienten einem endemischen Jodmangel ausgesetzt sind. In Hinsicht darauf, daß Immunthyreopathien durch höhere Joddosen begünstigt, die Therapie weniger effektiv und die Rezidivraten wahrscheinlich durch Jodgabe erhöht sind, erscheint eine hohe alimentäre Jodzufuhr, die die WHO-Empfehlungen überschreitet (<25O &micro;g/Tag), nicht wünschenswert." (K. Mann in: R. Großklaus / A . Somogyi (Hrsg.) Notwendigkeit der Jodsalzprophylaxe; München 1994 (= BGA Schriften 3/94); hier Seite 50/52)

Obwohl die Jodbefürworter stets den Eindruck zu erwecken suchen, Deutschland befinde sich in der Jodversorgung im Hintertreffen gegenüber den anderen europäischen Ländern, so nimmt man dort solche Erfahrungen doch viel ernster. Es gibt in einigen Ländern eine gesetzliche Regelung über die Jodanrei- cherung des Speisesalzes, in anderen eine Trinkwasserjodierung, aber man verläßt sich dort stets auf eine dieser Maßnahmen und holt nicht wie in Deutschland zu einem "Rundumschlag" aus.

Lebensmittelkennzeichnungsverordnung

Iodsalz gilt heute als Lebensmittel des allgemeinen Verzehrs. Damit unterliegt es allen Vorschriften für diese Lebensmittel wie z.B. der Lebensmittelkennzeichnungs-Verordnung, d.h. nur verpackte Lebensmittel müssen gekennzeichnet werden, eine Verordnung für die Kennzeichnung unverpackter Lebensmittel ist z.Zt. aber in Vorbereitung. Bei der Neuordnung der lebensmittelrechtlichen Vorschriften für Zusatzstoffe vom 29. Januar 1998 wurden nur technologisch bedingte Zusatzstoffe berücksichtigt, solche zu ernährungsphysiologischen Zwecken befinden sich seither in einem Schwebezustand, da die versprochene eigenständige Verordnung für diese Substanzen bis dato aussteht. Eine Regelung soll im Rahmen einer “EU-Verordnung über den Zusatz von Vitaminen und Mineralien sowie bestimmten anderen Stoffen zu Lebensmitteln” [9] gefunden werden, die derzeit in Bearbeitung ist. Vermutlich wird sie die rechtlichen Regelungen für den Zusatz von Iod und seinen Verbindungen eher noch lockern, aber eine Deklaration vorschreiben.

Der Zusatz von Iodsalz ist zwar in Einzelverordnungen des LMBG und der Kennzeichnungsverordnung geregelt, der Zusatz von Iod im Tierfutter in der neu gefassten Futtermittelverordnung von 1997, wie aber ist der erhöhte Iodgehalt von tierischen Produkten durch Futtermittelsupplemente einzuordnen? Kommt er einer Supplementation gleich, wie sie derzeit vom Europäischen Parlament in der oben genannten neuen Verordnung erarbeitet wird und zieht somit eine zukünftige Deklaration nach sich, oder handelt es sich gar nicht um ein angereichertes Lebensmittel, da der tierische Organismus quasi als “Filter” vorgeschaltet ist? Die vordergründige Leugnung der Einflussnahme auf die menschliche Iodversorgung über Tierfuttermittel- zusätze von Seiten des AKJ und des BgVV gibt zu erkennen, dass hier durchaus ein rechtsfreier Raum bestehen könnte, den es abzuklären gilt.

Fazit

Die Jodbefürworter unterlassen, um den “Erfolg” ihrer Aktion nicht zu gefährden, in der Öffentlichkeit den Hinweis auf die unbedingt notwendige Differenzierung zwischen Menschen, die an Jodmangel (bzw. ->Jodverwertungsstörungen) leiden oder Schwangeren und Heranwachsenden mit erhöhtem Jodbedarf, die deshalb zusätzlich Jod einnehmen sollten, und den übrigen, die Jod nur in normaler bzw. sogar reduzierter Dosis vertragen.
Diese Vorgehensweise ist wissenschaftlich unredlich, undemokratisch und für den tatsächlichen Erfolg einer vernünftigen Jodvorsorge tödlich. Man wirft den Selbsthilfegruppen "Verunsicherung" der Bevölkerung vor, schadet aber selbst der Sache, indem man eine Eindeutigkeit der wissenschaftlichen Ergebnisse und der daraus zu folgernden Maßnahmen vorspiegelt, die so nicht besteht. Darüber hinaus werden behörd- licherseits vorhandene Erkenntnisse bezüglich der Schädlichkeit der hiesigen Zwangsjodierung (siehe ->
kinderernaehrungsbericht-bawue2002.pdf S. 86ff) nicht oder nur unzureichend an die Bevölkerung weitergegeben

Beispiel:DGE Spezial 04/99
"Die Argumente der Jodsalzgegner wie ´Jodsalz führe zu Jodallergie, -akne oder bestimmten Krebs- krankheiten, gefährde bis zu 15 Prozent der Bevölkerung, die an bestimmten Schilddrüsenkrankheiten leiden und entspreche damit einer Zwangsmedikation´ sind wissenschaftlich nicht haltbar", urteilen die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE), die Arbeits- gemeinschaft der Verbraucherverbände e. V. (AgV), der Auswertungs- und Informationsdienst für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten e. V. (aid) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).”

Erst unter dem Druck der Selbsthilfegruppen und eher beiläufig wird in den meisten für die Öffentlichkeit gedachten Publikationen der Jodbefürworter zugegeben, daß die Jodprophylaxe nur für bestimmte klar definierte Zielgruppen Sinn macht, mit anderen Worten: die allumfassende Zwangsjodierung macht keinen Sinn .

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