www.jodkrank.de

Sitemap

Allergietypen

Typ-I-Allergie
Typ-II-Allergie
Typ-III-Allergie
Typ-IV-Allergie

Typ-I-Reaktion einer Allergie

Die Typ-I-Reaktion ist eine durch IgE-Antikörper vermittelte, sofort eintretende allergische Reaktion, die auf der Freisetzung von Histamin aus Mastzellen beruht. Sie ist innerhalb der allergischen Reaktionen die am häufigsten auftretende. Die Symptome treten bei der Typ-I-Reaktion sofort bis ca. 1 Stunde nach einem Allergenkontakt auf und halten nur solange an, wie das Allergen im Organismus vorhanden ist. Sie werden durch die Wechselwirkung der IgE-Antikörper mit den Mastzellen und der darauffolgenden Histaminfreisetzung bestimmt und bestehen in Rötung, Schwellung, vermehrter Sekretion der Schleimhäute, Juckreiz. Typische Beispiele dafür sind Heuschnupfen oder atopisches Ekzem.

Die Typ-I-Reaktion ist eine durch IgE-Antikörper vermittelte, sofort eintretende allergische Reaktion. Durch Allergenkontakt werden spezifische IgE-Antikörper gebildet, die sich an bestimmte Zellen des Immunsystems, die so genannten Mastzellen, binden und die Freisetzung von Entzündungsmediatoren, wie z.B. Histamin, bewirken. Entzündungsmediatoren sind Stoffe, die für die Ausbildung von Entzündungen verantwortlich sind. Die Folge sind akute Entzündungsreaktionen, wie z.B. beim Heuschnupfen.

Es existieren verschiedene Bezeichnungen für die Typ-I-Reaktion, so beispielsweise der Begriff der Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp, der auf das unverzügliche Auftreten der Symptome zurückgeht. Die Symptome ihrerseits haben bereits 1923 zu der Bezeichnung Atopie geführt. Man bezeichnet die Patienten dementsprechend auch als Atopiker. Der Begriff der Anaphylaxie für diese Form allergischer Reaktionen wurde bereits Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt.

Typ-II-Reaktion einer Allergie

Die Typ-II-Reaktion gehört zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen. Dabei reagieren Antikörper mit Antigenen auf der Oberfläche körpereigener Zellen und Gewebe.

Die Folgen der Typ-II-Reaktion treten innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden ein und betreffen nur die Zellen bzw. Gewebe, die die entsprechenden Antigene auf ihrer Oberfläche tragen. Ein Beispiel für eine Typ-II-Reaktion ist die Zerstörung der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen, nach einer Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe. Hinweise auf Typ-II-Reaktionen ergeben sich aus dem klinischen Bild. Die Diagnose wird durch Nachweis der spezifischen Antikörper bzw. der durch die Antikörper ausgelösten Reaktionen gestellt. Die wirksamste Therapie von Typ-II-Reaktionen ist ihre Vermeidung.

Die Typ-II-Reaktion gehört zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen. Im Gegensatz zur Typ-I-Reaktionen sind hier jedoch IgG- bzw. IgM-Antikörper beteiligt. Beide Antikörpergruppen werden bei einer normalen Immunreaktion gegen Krankheitserreger, wie z.B. Bakterien, gebildet. Bei der Typ-II-Reaktion bildet der Körper diese Antikörper gegen Antigene auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben. Antigene sind Stoffe, die bei parenteraler Zufuhr, also unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes, den menschlichen Organismus zur Bildung von Antikörpern anregen. Man kann Allergene ebenfalls als Antigene bezeichnen. Die Folgen der Typ-II-Reaktion treten innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden ein und betreffen nur die Zellen bzw. Gewebe, die die entsprechenden Antigene auf ihrer Oberfläche tragen. Ein Beispiel für eine Typ-II-Reaktion ist die Zerstörung der Erythrozyten, also der roten Blutkörperchen nach einer Bluttransfusion mit einer falschen Blutgruppe.

Typ-II-Reaktionen liegen auch einigen Autoimmunerkankungen, wie z.B. der Glomerulonephritis, einer bestimmten Nierenerkrankung, sowie der Abstoßung von Organtransplantaten zugrunde.

Typ-III-Reaktion einer Allergie

Die Typ-III-Reaktion gehört zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen und ist durch die Bildung und Ablagerung von Immunkomplexen charakterisiert. Als auslösende Ursachen kommen chronische Infektionen, Autoimmunprozesse sowie die Belastung mit exogenen Allergenen in Betracht. Die Symptome sind vielfältig und vom betroffenen Organ oder Gewebetyp abhängig. Die beste Therapie besteht in einer Meidung der allergen wirkenden Substanzen. Ist dies nicht möglich, muss das Immunsystem durch Medikamente "unterdrückt" werden.

Die Typ-III-Reaktion gehört wie die Typ-II-Reaktion zu den antikörpervermittelten allergischen Reaktionen. Im Gegensatz zur Typ-I-Reaktion sind bei diesen beiden antikörpervermittelten allergischen Reaktionen jedoch IgG- bzw. IgM-Antikörper und nicht IgE-Antikörper beteiligt. IgG- bzw. IgM-Antikörper werden bei einer normalen Immunreaktion gegen Krankheitserreger, wie z.B. Bakterien, gebildet. Bei der Typ-II-Reaktion bildet der Körper diese Antikörper gegen Antigene auf der Oberfläche von körpereigenen Zellen oder Geweben. Charakteristisch für die Typ-III-Reaktion ist die Bildung von Immunkomplexen. Das sind Verbindungen aus frei löslichen Antigenen, die sich also nicht fest auf einer Zelloberfläche befinden, sowie aus Antikörpern. Solche Immunkomplexe werden normalerweise durch die Zellen der Immunabwehr beseitigt. Ist dies nicht der Fall undbleiben die Immunkomplexe erhalten, entstehen durch die Ablagerung dieser Immunkomplexe Krankheiten, die zu den Typ-III-Reaktionen der Allergie gezählt werden. Es können drei große Gruppen innerhalb dieser Typ-III-Reaktionen unterschieden werden, die im folgenden näher erläutert werden sollen:

    1. Chronische Infektionen, z.B. mit Streptokkoken

    2. Immunkomplexerkrankungen als Komplikation bei Autoimmunerkrankungen

    3. Exogen allergische Alveolitits, d.h. eine Entzündung des Lungengewebes nach Einatmen von Allergenen

 

Typ-IV-Reaktion einer Allergie

Die Typ-IV-Reaktion ist im Gegensatz zu den anderen Reaktionstypen der Allergien eine zellvermittelte und keine antikörpervermittelte Reaktion. Den T-Lymphozyten, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen, kommt dabei die entscheidende Bedeutung zu. Die Typ-IV-Reaktion läuft mit einer Verzögerung von mehreren Stunden bis Tagen ab und wird daher auch als Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ bezeichnet. Das bevorzugt betroffene Organ ist dabei die Haut. Dies macht man sich bei entsprechenden diagnostischen Tests zu nutze. Die beste Therapie ist selbstverständlich die Vermeidung des Allergenkontaktes. Das bekannteste Beispiel für eine Typ-IV-Reaktion sind Kontaktallergien, z.B. durch Chrom oder Gummi, Latex, die bis hin zur Berufsunfähigkeit führen können.

Die Typ-IV-Reaktion nimmt unter den Reaktionstypen der Allergien eine Sonderstellung ein. Im Gegensatz zu denanderen drei Formen der allergischen Reaktionen spielen Antikörper hier keine wesentliche Rolle. Die Typ-IV-Reaktion ist eine zellvermittelte und keine antikörpervermittelte Reaktion auf den Kontakt mit einem Allergen. Sie wird durch T-Lymphozyten, also eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, bestimmt. Über die Aktivierung dieser T-Lymphozyten werden weitere Abwehrzellen angelockt und aktiviert. Als Folge davon entstehen die für die Typ-IV-Reaktion charakteristischen Veränderungen, die sich in erster Linie an der Haut abspielen. Das wohl bekannteste Beispiel für eine Typ-IV-Reaktion ist eine Kontaktallergie der Haut, z.B. mit Chrom- oder Nickelverbindungen. Ein weiterer Unterschied zu den anderen Reaktionstypen der Allergie besteht darin, dass die Typ-IV-Reaktion verzögert abläuft und daher auch als Überempfindlichkeitsreaktion vom verzögerten Typ bezeichnet wird. Verzögert bedeutet in diesem Fall, dass die allergische Reaktion frühestens nach 12 Stunden auftritt. Es können aber auch Tage vergehen, bis eine Reaktion sichtbar wird. Innerhalb der Typ-IV-Reaktion unterscheidet man vier Reaktionsformen:

  • Jones-Mote-Reaktion
  • Kontaktallergie
  • Tuberkulinreaktion
  • Granulomatöse Reaktion

Die ersten drei Reaktionsformen treten etwa innerhalb von 72 Stunden nach einem Allergenkontakt auf. Im Gegensatz dazu entwickelt sich die granulomatöse Reaktion erst nach Wochen. Diese Unterteilung ist allerdings eher wissenschaftlich von Interesse, da durch einen Kontakt mit dem selben Allergen diese Reaktionsformen sowohl ebeneinander als auch nacheinander ablaufen können und eine Trennung im einzelnen selten möglich ist. Einige Einzelheiten zu diesen Reaktionsformen werden im Kapitel Ursachen näher beschrieben.

Ursachen

Allen Reaktionstypen von Allergien liegt eine Fehlregulation und überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems zugrunde. Die Ursache der Typ-IV-Reaktion besteht in einer zellvermittelten Abwehrreaktion gegenüber persistierenden (anhaltenden) Allergenen. Es gibt verschiedene Krankheitserreger und Fremdstoffe, die nach ihrem Eindringen in den menschlichen Körper nicht zu einer Antikörperbildung führen, sondern eine Aktivierung von Abwehrzellen zu ihrer Beseitigung bewirken. Unter den Abwehrzellen gibt es eine Untergruppe, die T-Lymphozyten, die in der Lage sind, bestimmte Allergene zu erkennen. Kommt es zu einem Kontakt zwischen einem Allergen und den T-Lymphozyten, so produzieren die T-Lymphozyten Substanzen, so genannte Lymphokine, die andere Abwehrzellen, z.B. Makrophagen, so genannte Fresszellen, anlocken. In Abhängigkeit vom Ort des Allergenkontaktes, z.B. der Hautoberfläche oder tieferen Hautschichten, sowie den anderen angelockten Abwehrzellen werden dann die bereits erwähnten Reaktionsformen ausgelöst. Voraussetzung ist aber, dass die Allergene persistieren, also über einen langen Zeitraum im Körper vorhanden sind. Dies geschieht immer dann, wenn das Abwehrsystem des Körpers nicht in der Lage ist, die Allergene schnell genug zu beseitigen. Auchhier spielt die Phagozytose (Phagozyte=Fresszelle die die Bakterien oder Fremdstoffe unschädlich macht) eine wichtige Rolle. Bei der Phagozytose werden die Allergene von Abwehrzellen aufgenommen. Im Zellinneren dieser Abwehrzellen sollen dann Enzyme die Allergene zerstören und abbauen. Wenn dies nicht gelingt, verbleiben die Allergene in den Zellen, sie persistieren also, und die Folge ist eine der Reaktionsformen der Typ-IV-Reaktion. Diese unterscheiden sich hinsichtlich der auslösenden Allergene, dem Ort der Reaktion, dem Zeitpunkt der maximalen Reaktion und dem klinischen Bild, also z.B. der Hautreaktion.

Häufigkeit

Eine Angabe zur Häufigkeit von Typ-IV-Reaktionen ist nicht möglich. Typ-IV-Reaktionen in Form der Kontaktallergie sind jedoch für einen Großteil von Berufsunfähigkeiten verantwortlich.

Symptome

Die Folgen der Typ-IV-Reaktion können, wie erwähnt, in Abhängigkeit von der Reaktionsform bereits innerhalb von Stunden aber auch erst nach Monaten auftreten. Typ-IV-Reaktionen treten bevorzugt an der Haut auf, können prinzipiell aber jedes Organ und jeden Gewebetyp betreffen. Wenn Patienten eine Allergie gegen Substanzen wie z.B. Chrom, Nickel, Latex, Gummi oder Talkum haben, ist besonders häufig die Haut betroffen. An der Haut reichen die Symptome von einer einfachen Schwellung, über die Ausbildung von Ekzemen mit Bläschenbildung, Juckreiz und Rötung der Haut, bis zur Ausbildung von derben Knoten.

Neben den bereits erwähnten anorganischen Substanzen sind auch einige Krankheitserreger, und hier besonders die Mycobakterien, wie z.B. Mycobacterium tuberculosis und Mycobacterium leprae, in der Lage, aufgrund ihrer Persistenz in den Abwehrzellen, Typ-IV-Reaktionen auszulösen. Zu den chronischen Erkrankungen, die mit Typ-IV-Reaktionen einhergehen, gehören z.B. Tuberkulose, Lepra, Wurminfektionen und Leishmaniose.

Diagnose

Hinweise auf Typ-IV-Reaktionen ergeben sich vor allem aus dem klinischen Bild. Bei dem Verdacht auf eine Kontaktallergie muss die allergieauslösende Substanz im Rahmen eines Expositionstests individuell identifiziert werden. Beim Prick-Test wird das Allergen auf die Haut aufgebracht oder leicht in die Haut geritzt. Beim Patch-Test wird die oberste Hautschicht, die Hornschicht, vorsichtig abgeschliffen und das Allergen unter einem Okklusionsverband, also einem gut abschließendem Verband, auf die vorbehandelte Stelle aufgetragen. Die allergische Typ-IV-Reaktion erkennt man ähnlich wie eine Typ-I-Reaktion an einer Quaddelbildung, einer Schwellung und Rötung der Haut sowie am Juckreiz. Im Gegensatz zur Typ-I-Reaktion, bei der es wenige Minuten nach Allergenkontakt zu diesen Symptomen kommt, vergehen bei einer Typ-IV-Reaktion mindestens 12 Stunden, im Allgemeinen jedoch 48 bis 72 Stunden, bis sich die beschriebenen Veränderungen einstellen.

Eine Sonderform dieses Tests ist der Test mit Tuberkulin, der in der Regel bei Einstellungsuntersuchungen durch den Betriebsarzt erfolgt. Kommt es zu einer Knötchenbildung der Haut, ist dies ein Hinweis darauf, dass sich der Organismus bereits mit dem Tuberkuloseerreger auseinandergesetzt hat, entweder im Rahmen einer Impfung oder durch eine Infektion.

Eine weitere Möglichkeit der Diagnosestellung besteht in der histologischen, also feingeweblichen, Untersuchung einer Gewebeprobe und dem Nachweis charakteristischer Zellen, wie z.B. Lymphozyten.

Die Aktivierung von Lymphozyten kann durch den Lymphozyten-Transformations-Test nachgewiesen werden. Man geht dabei von der Tatsache aus, dass eine Aktivierung der Lymphozyten mit einer gesteigerten DNA-Synthese einhergeht. Man setzt einer Lösung mit Lymphozyten einen radioaktiv markierten DNA-Baustein, z.B. Thymidin, zu und gibt dann das vermutete Allergen zu der Lösung dazu. Wenn eine Aktivierung der Lymphozyten erfolgt, wird der radioaktive DNA-Baustein in die DNA des Lymphozyten eingebaut und kann dann nachgewiesen werden.

Therapie

Die beste Therapie der Typ-IV-Reaktion ist, wie bei allen anderen allergischen Reaktionen, ihre Vermeidung. Kontaktallergene sollten, wenn irgend möglich, konsequent gemieden werden. Das kann bei entsprechenden Berufen bis zu einer Berufsunfähigkeit führen. Sind Krankheitserreger für Typ-IV-Reaktionen verantwortlich, muss eine spezifische Therapie mit Antibiotika erfolgen, bei der Tuberkulose z.B. durch eine Kombination aus drei verschiedenen Substanzen, und das über mehrere Monate.

Komplikationen

Die Komplikationen sind vom betroffenen Zell- bzw. Gewebetyp abhängig und können über eine dauernde Funktionsminderung bis hin zum völligen Funktionsverlust des entsprechenden Organs führen. Hier sind insbesondere die Veränderungen bei Lepra zu nennen.

Sterblichkeit

Typ-IV-Reaktionen verlaufen im Allgemeinen nicht tödlich.

Prognose

Die Prognose bei Typ-IV-Reaktionen hängt von der Reaktionsform sowie bei der granulomatösen Form vom betroffenen Zell- bzw. Gewebetyp sowie dem Ausmaß der Reaktion ab und muss damit individuell abgewogen werden.

 

Quelle: http://www.m-ww.de/krankheiten/hautkrankheiten/allergie_allgemeines.html