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Die Viehfutterjodierung ist ein Phänomen der Massentierhaltung. Normale Nutztiere brauchen keine künstlichen Jodzusätze. Erst die heutigen Hochleistungskühe
brauchen diese Jodzusätze, um die enorm hohen Milcherträge liefern zu können. Hier kann man aber zwischen “bedarfsgerechter” Tierfutterjodierung und der Hochjodierung zum Zwecke der Zwangsmedikationn der Konsumenten unterscheiden.
Die Kommision der Europäischen Gemeinschaft hat in der für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Verordnung Nr. 1459/2005 vom 29.9.2006 die Höchstgehalte von Jod in Tierfuttermitteln neu festgesetzt.
Es gelten folgende Höchstwerte:
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Höchstgehalt insgesamt
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Zusatzstoff
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Milchkühe
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5
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Kalziumjodat, wasserfrei
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Legehennen
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5
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Kalziumjodat, wasserfrei
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Fische
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20
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Natriumjodid
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Equiden (Pferde)
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4
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Kalziumjodat
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Schweine und andere
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10
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Kaliumjodid
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Diese 5 mg/kg für Milchkühe liegen aber immer noch ca. 10-20-fach über dem tatsächlichen Bedarf der Tiere.
Die folgende Tabelle gibt nicht unbedingt wieder, ob in einem Land jodiert wird, sondern ob so hoch jodiert wird,
dass sich das Jod in den Lebensmitteln kumuliert.
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verträglich
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unverträglich
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vielleicht verträglich
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Europa
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Belgien Griechenland Irland Italien (4) Niederlande (1) Polen Portugal Schottland Spanien Türkei
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Deutschland Finnland Norwegen Österreich Schweiz Tschechien
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Dänemark (1) England (3) Frankreich (7)->Aktuelles) Ungarn
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ausserhalb
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Afghanistan Cape Verde Gabun Dominikanische Republik Kuba (6) Kenia Kongo Libanon Mauritius Neuseeland
Seychellen Tailand
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Afrika (2) Argentinien (5) Australien Bolivien Brasilien Chile China Costa Rica (6) Indien
Israel Kanada Kolumbien (6) Mexiko Nicaragua (6) Thailand USA
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Panama (6)
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(1) Durch den Import deutscher Milch kann es zur Belastung von Milchprodukten kommen. Der Status der
Verwendung jodierten Tierfutters ist ungewiss. (2) Alle Länder ausser Mauritius, den Seychellen, Kongo, Cape Verde und Gabun haben Jodierungsprogramme. In manchen Teilen Afrikas ist Jodöl im Einsatz.
(3) In Großbritannien existieren keine Regelungen über den Iodzusatz zu Salz oder anderen Lebensmitteln, iodiertes Salz (20-30 mg/kg) ist auf dem Markt, findet aber nicht die breite Anwendung wie in Deutschland.
Dagegen ist Milch hoch iodhaltig. Eine Übersichtsuntersuchung aus den Jahren 1998-1999 [115] findet mittlere Iodgehalte in Kuhmilch von 311 µg/kg. U.U. Verwendung von Jodsalz bei der Käseherstellung
(4) Ich habe bei den Produkten ‘lamilanese’ und ‘Cordon bleu’ der Firma AIA die schlechte Erfahrung
gemacht, dass dort Jodsalz verwendet wird, ohne dass dies deklariert ist. Bei anderen Produkten der Firma AA hatte ich jedoch bisher keine Probleme. (5) siehe ->Argentinisches Rindfleisch (6) Ausschließliche Verwendung von Jodsalz. Nicht jodiertes Salz ist quasi nicht erhältlich.
(7) Milchprodukte und Rindfleisch sind sicher belastet. Ziegen- und Schafsmilch ist ungewiss. Geflügel (Hähnchen, Pute) ist verträglich.
Hersteller nicht jodierter Futtermittel
Kaisermühle Gänheim Otmar Kaiser GmbH Maria Kaiser Frankenstr. 1
D-97450 Arnstein-Gänheim Tel. +49 09363-99071 Fax 99073 mail to: mariakaiser@kaisermuehle.de Internet www.kaisermuehle.de
Die Firma sendet Ihnen auf Anfrage auch eine Liste mit Inhaltsstoffen. Das Futter wird schnell versendet.
Verkauft wird eine große Auswahl in 25 kg Säcken.
Demeter-Felderzeugnisse GmbH Abteilung defu - Heimtiernahrung Postfach 12 63 DE-64660 Alsbach Tel: +49-(0)6257-9340-25 Fax: +49-(0)6257-9340-19 Email: info@defu.de Homepage: www.defu.de
Hier ist aber nur das Hühnerfutter Jodfrei. Zudem auch schwer einzukaufen, da man gleich 500 kg bestellen
muß. (Schweinefutter verkaufen die auch, aber wieder mit Jod zugesetzt)
Liste von Betrieben, die in der Fütterung bewusst auf jodierte
Mineralfuttermittel oder Salzlecksteine verzichten
Der Arbeitskreis Jodprophylaxe mittlerweile sogar Demeter von der Tierfutterjodierung überzeugt. Demeter hat zwar auf Nachfrage eine Liste der Erzeuger geschickt, die auch weiterhin kein jodiertes Tierfutter verwenden. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass dies zumindest im Fall der Lebensgemeinschaft Münzinghof WfB in 91235 Velden nicht zutrifft
. Diese haben auf Nachfrage angegeben, nicht nur jodhaltiges Mineralfutter zu verwenden sondern auch weder vom Vorhandensein einer solchen Liste noch von einem Eintrag ihres
Betriebes dort etwas zu wissen. Die Liste kursiert in der Form bereits seit Ende 2008 und ist also entweder
veraltet oder schlicht falsch. Es hilft also im Einzelfall nur, bei einem der Betriebe noch mal explizit nachzufragen, wofür die Liste wenigstens zu gebrauchen ist.
Zum Thema Tierfutterjodierung siehe auch: Ute Aurin “Risiko Jod” sowie ->Jodierung
Exkurs: Iod aus Algen
Die Diskussion innerhalb der Bio-Anbauverbände macht sich v.a. an der Anreicherung mit Iodid und Iodat aus
mineralischen Quellen fest, weniger kritisch wird der Einsatz von Algen betrachtet.
Aber auch bei der Verwendung von Algen muss der genauen Dosierung Aufmerksamkeit geschenkt werden, da
einige Arten extrem iodreich sind (v.a. Braun- und Rotalgen) und der Iodgehalt starken Schwankungen unterliegt (->Jodgehalte von Algen). So warnt das BgVV [14] vor Algen mit einem Iodgehalt, der 20 mg/kg
Trockengewicht übersteigt. Zwar setzen die toxischen Nebenwirkungen in der asiatischen Bevölkerung, die an
den Algenverzehr traditionell gewöhnt ist, erst bei einer viel höheren Konzentration ein als bei mineralischem
Iodid und Iodat (ab 2-10 mg Iod/Tag), führen dann aber bei bis zu 9% der Bevölkerung zur Strumabildung und Hypothyreose. Der Iodgehalt ist durch Kalt- oder Heißextraktion (Wässern und Kochen mit Verwerfung des
Kochwassers) um bis zu 90% zu verringern. Die Bioverfügbarkeit des Iods ist durch die organische Bindung reduziert, bedingt durch eine geringere Wasserlöslichkeit. Zudem haben begleitende Ballaststoffe eine
mindernde Wirkung auf die Verdaulichkeit und Resorption. Durch die Tiermast mit Algen können Jodgehalte von bis zu 700 µg/100g in Eiern auftreten ! [15]
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