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Neues zur Ernährung

Jodgehalte in verschiedenen Lebensmitteln

Am Donnerstag den 22.9. wurde im WDR Fernsehen um 18:20 über den Jodgehalt in der Milch berichtet.

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/sendungsbeitraege/2011/kw38/0922/03_jod_in_lebensmitteln.jsp

Moderation: Dieter Könnes
Servicetelefon 0221 56789 999

...Kommt es nun durch die gestiegenen Jodgehalte in Milchprodukten und Eiern und die Jodierung unterschiedlicher Nahrungsmittel zu einer Überdosierung? Die Höchstmenge, die auf keinen Fall überschritten werden sollte, liegt für einen Erwachsenen bei 600 Mikrogramm Jod am Tag. Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW hat mit aktuellen Daten am Beispiel eines Tagesplans errechnet, wie diese Menge mit dem Verzehr von jodierten Fertigprodukten überschritten werden kann: „Zum Beispiel trinke ich morgens einen halben Liter Kakao, esse dazu vielleicht noch zwei Rühreier mit zwei Scheiben Brot, esse zum Mittagessen ein Fertiggericht, einen Eintopf, esse noch einen Joghurt als Nachtisch dazu, esse abends vielleicht noch eine Pizza und irgendwann noch eine Tüte Chips und vielleicht noch ein bisschen Salz, um das Ei zu würzen, das reicht schon aus, um die 600 Mikrogramm zu überschreiten.“ (siehe hierzu “Wieviel Jod braucht der Mensch ?”)

...Bislang gibt es weder eine aktuelle Nutzen-Risiko-Abschätzung für die Jodanreicherung von Lebensmitteln in Deutschland noch eine den neuen Daten angepasste Verzehrsempfehlung vonseiten der Bundesbehörden.

...Wie viel Jod man zu sich nimmt, hängt entscheidend von den persönlichen Ernährungsgewohnheiten ab. Schon der Jodgehalt in Käse variiert extrem, je nach Sorte. Den höchsten Gehalt weist Parmesan auf, mit durchschnittlich 80 Mikrogramm auf 100 Gramm. Feta hat 78 Mikrogramm, Gorgonzola 52 Mikrogramm und der viel verzehrte Gouda nur 11,8 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Bei den Fleisch- und Wurstwaren enthält Teewurst im Mittel circa 42 Mikrogramm, Kassler 40 Mikrogramm, Schweinesalami 39 Mikrogramm, Fleischwurst 24 Mikrogramm und gekochter Schinken 21. Siehe auch ->Aktuelles

Bauckhof

Es hat sich herausgestellt, dass die Firma Bauck jodiertes Hühnerfutter verwendet und dies auch schriftlich bestätigt. Es ist ungewiss, ob auch andere Tierarten dort jodiertes Futter erhalten. 

Milch und Fleisch aus Frankreich stark mit Jod belastet !             12.11.2009

Es sieht so aus, als ob französische Milchprodukte und Rindfleisch inzwischen mit künstlichen Jodzusätzen belastet sind. Ich selber vertrage seit einiger Zeit franz. Rindfleisch und Käse nicht mehr, was für mich ein sicherer Indikator ist, dass in Frankreich inzwischen (zumindest partiell) das Tierfutter bei Rindern jodiert wird. Inwieweit Ziegen- und Schafsmilch belastet sind, ist ungewiss.

Folgende Dokumente sind mir von Frau Claudia Arnold zugegangen:

1. Empfehlung über die Erhöhung der Tierfutterjodierung in Frankreich

Pourquoi_augmenter_les_apports_en_Iode.pdf

Aus dem Dokument geht hervor, dass die Empfehlungen für die Tierfutterjodierung 2005 auf das 4 - 16 -fache wie 1988 angehoben wurden. 

2. Das übliche BlaBla über einen angeblichen Jodmangel, zur Abwechselung mal auf französisch.

France deficience iode sel lait.pdf

3. Eine pdf-Datei, die ein tschechisches Wissenschaftler-Team beim DGE-Fachkongress 2007 vorstellte. Tatsächlich liegen aus Frankreich nur 2 Werte vor, aber beide sind ziemlich hoch.

Iod Selen Milch 9 EU-Länder.pdf

Eintragsquelle für erhöhte Jodgehalte französischer Milch scheinen jodhaltige Euter-Desinfektionsmittel aber auch die Verwendung von Jodsalz bei der Käseherstellung zu sein.

Dem Betreiber einer Geflügelmastanlage / Elevage in Südwestfrankreich (Gascogne) wird von seinem Verband vorgeschrieben, aus Hygienegründen das Trinkwasser der Tiere durch Zusetzung von Jod zu desinfizieren.

Zu erhöhten Jodgehalten bei franz. Fleisch liegen nur wenige Erkenntnisse vor. Französische Entenbrust, die ich seit mehreren Wochen vermehrt esse, scheint aber unbelastet zu sein. Ebenso "Der milde Chavroux" Ziegenfrischkäse aus Frankreich und die lactosefreie Milch von Lactel. Insgesamt scheinen franz. Produkte, von Ausnahmen abgesehen, also verträglich zu sein. Vorsicht ist aber geboten.

Ich würde mich über Rückmeldungen zur Verträglichkeit französischer Produkte freuen, damit hier noch mehr Klarheit entsteht.

Sahne von Kerrygold im Handel - enthält Carrageen                  18.07.2008

Seit einiger Zeit sind Sahne (330 ml in einer goldenen Plastikflasche) und Brotaufstrich von Kerrygold im Handel erhältlich. Die Sahne enthält allerdings Carrageen, ein aus Algen hergestelltes Bindemittel, welches stark jodhaltig sein kann.
Der Hersteller des Brotaufstriches ist ein Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern. Zur Herstellung wird nach Bekunden des Herstellers jedoch ausschließlich irische Milch verwendet.

Marmelade und Honig können hoch mit Jod belastet sein            10.01.2008

Aus Unterlagen von Claudia Arnold geht hervor, dass Marmelade und Honig sehr hohe Jodgehalte aufweisen können. Ich selber vertrage Marmelade i.d.R. nicht, und hatte diesen Verdacht schon länger.
Mögliche Eintragquellen sind jodhaltige Reinigungs- und Desinfektionsmittel, aus Rind- oder Schweinehaut gefertigter Gelierzucker sowie Farb- und Zusatzstoffe. Betroffen sind z.B. St. Dalfour aus Frankreich, Sorte Williamsbirne.

Argentinisches Rindfleisch                                         17.10.2007

Argentinisches Rindfleisch vertrage ich persönlich seit einiger Zeit nicht mehr. Es kann sein, dass dort inzwischen das Tierfutter auch hoch jodiert wird. Ute Aurin hat in ihrem Buch “Risiko Jod” bereits 2004 geschrieben, dass in Argentinien das Tierfutter jodiert wird. Ich selber habe zwar argentinisches Rind- fleisch in den vergangenen Jahren gut vertragen, bin mir aber nun recht sicher, dass das bei Kaufhof gekaufte Rindfleisch seit circa einem halben bis dreiviertel Jahr für mich nicht mehr bekömmlich ist. Zudem habe ich schon mehrere Zuschriften über die Unverträglichkeit von arg. Rindfleisch erhalten,

In Argentinien wird auch Intensivmastwirtschaft mit Mastfutter betrieben. Wo grosse Weideflächen vorhanden sind, wird extensive Weidemast betrieben. Darüber hinaus gibt es die sogenannten Feedlots, wo zugekauftes Jungvieh auf kleinem Areal mit Kraftfutter gemästet wird. Von wo die Jungtiere zugekauft werden ist zunächst ungewiss. Kämen sie aus Brasilien, wo per Gesetz jodiert wird, wären sie hoch mit Jod belastet.

Über Rückmeldungen diesbezüglich würde ich mich freuen.

Nicht jodierte Mineralstoffmischungen und nicht jodierte Salzlecksteine

Auf Initative von Frau Barbara Kuhbier hat der Schweinebauer Heiner Korte Verbindung mit diversen
Mineralstoff-Herstellern aufgenommen und ein jodfreies Mineralstoff-Futtergemisch verlangt und auch bekommen. Der Hersteller Extra Vit GmbH (Franz Korte - Linkstr. 30 a - 59519 Möhnesee - Tel. 02924/974333) liefert ihm dieses nun. Bauer Korte bietet auf seiner Seite auch eine Metzger-Suche nach PLZ an.

Frau Kuhbier konnte einen Revierpächter in ihrer Gegend zu einem Versuch mit natürlichen Bergkern – Salzlecksteinen gewinnen. In den ihr bekannten Revieren in Österreich werden nur diese natürlichen Salzlecksteine ausgebracht. Der Jagdpächter wird diese in seinem Revier ausbringen. Er hat zugesagt, die sicher langfristig zu erwartenden Ergebnisse zu beobachten und über die Annahme durch das Wild zu unterrichten. Hintergrund ist weniger die Gesundheit des Konsumenten sondern die Abnahme der Geweihstärke in den letzten Jahren. Trotzdem wäre es ein Fortschritt, wenn nur noch unjodierte Salzlecksteine verwendet würden, dann wäre das Fleisch von Wild eine zusätzliche Bereicherung der Speisekarte.

Israel jodiert das Tierfutter

Nach leidvoller Erfahrung von Betroffenen und Aussagen von heimischen Israelis wird das Tierfutter in Israel inzwischen auch jodiert. Das dies nicht koscher ist, scheint dort niemanden zu stören.
 

EU-Verordnung zur Änderung der Tierfuttermitteljodierung

Die Kommision der Europäischen Gemeinschaft hat in der für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Verordnung Nr. 1459/2005 vom 29.9.2006 die Höchstgehalte von Jod in Tierfuttermitteln neu festgesetzt. Es gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten, in der Restbestände an Futtermitteln aufgebraucht werden können.

Es gelten folgende Höchstwerte:

 

Höchstgehalt
insgesamt

Zusatzstoff

Milchkühe

5

Kalziumjodat, wasserfrei

Legehennen

5

Kalziumjodat, wasserfrei

Fische

20

Natriumjodid

Equiden (Pferde)

4

Kalziumjodat

Schweine und andere

10

Kaliumjodid

 

 

 

Die wesentliche Änderung besteht darin, dass die Höchstwerte für Milchkühe von 10 mg/kg auf 5 mg/kg Alleinfuttermittel halbiert wurden. Diese 5 mg/kg liegen aber immer noch ca. 10-fach über dem tatsächlichen Bedarf der Tiere. Bei den übrigen Tierarten hat sich leider nichts geändert.
Trotzdem ist dies ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung, zumal Milch, Milchprodukte sowie Milchpulver (z.B. in Süssigkeiten) einen hohen Anteil am Verbrauch tierischer Nahrungsmittel einneh- men, und somit die Gesamtbelastung deutscher Nahrungsmittel deutlich zurückgehen wird. Dies wird tausenden Bürgern dieses Landes die Gesundheit und das Leben retten.
Unbeachtet dessen, hat sich für die bisher Betroffenen nicht viel geändert, da das Tierfutter für Schlacht- vieh wie Rindern und Schweinen sowie Legehennen genauso hoch jodiert wird wie zuvor, auch weiterhin Jodsalz in Kantinen oder Restaurants verwendet wird und Milch und Milchprodukte auch zukünftig unnatürlich hohe Jodgehalte haben werden.
Wichtig ist jedoch auch, dass unter Punkt 5 der Verordnung nun endlich “amtlich” zugegeben wird, dass, “Modellrechnungen nach dem Worst-Case-Szenario, die auf den derzeitig zugelassenen Jod-Höchst- gehalten in Futtermittel beruhen, an Milch und Eiern darauf schliessen lassen, dass die Obergrenze für Erwachsene und Jugendliche möglicherweise überschritten wird”. Weiter unter 6. “Daher muss der Höchstgehalt von Jod-I in Futtermitteln ... abgesenkt werden, um das Risiko schädlicher Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu verringern”. Es wird also immerhin eingestanden, dass es ein Risiko gibt und dass die hiesigen Jodgehalte gesundheitschädliche Auswikungen haben können. Das genannte “Worst-Case-Szenario” ist für viele leider trauriger Alltag.

Neues Gesetz zur Jodsalzverwendung in Italien

Am 9. März 2005 hat das italienische Unterhaus ein Gesetz zur Jodprophylaxe abgesegnet. Es tritt (bzw . trat) 9 Monate nach seiner offiziellen Verkündung in Kraft. In diesem wird die generelle Verwendung von Jodsalz im Verkauf für Haushalte sowie in Gastronomie und Kantinen festgelegt. Nicht jodiertes Salz soll es nur noch auf ausdrückliche Nachfrage im Handel zu kaufen geben, muss aber immer auch alternativ zu Jodsalz verfügbar sein.
Gleichzeitig wurde die Jodsalzverwendung in der Lebensmittelindustrie legalisiert. Bisher war diese nicht zulässig. Es muss also damit gerechnet werden, dass mit Jodsalz hergestellte Produkte nach Deutschland exportiert werden. Es soll ein spezielles Logo geben, das auf Jodsalzverpackungen und Produkten, die mit Jodsalz hergestellt wurden, angedruckt werden soll.
Ich habe bei den Produkten ‘lamilanese’ und ‘Cordon bleu’ der Firma AIA jedoch die schlechte Erfahrung gemacht, dass dort Jodsalz verwendet wird, ohne dass dies deklariert ist. Bei der recht laxen Einstellung der Italinier zu Recht und Gesetz ist anzunehmen, dass dies auch bei anderen Produkten vorkommen kann.

Eine Tierfutterjodierung ist nicht vorgesehen. Roh-Produkte wie Eier, Fleisch oder Joghurt sind daher nach wie vor unbelastet (d.h. enthalten nur die natürlich hohen italienischen Jodgehalte).

Siehe ->IDD Newsletter.